|
|
| Die Gemeinschaftsinitiative EQUAL |
EQUAL ist eine EU-Gemeinschaftsinitiative, die neue Wege, Methoden und Konzepte gegen Diskriminierung und Ungleichheiten am Arbeitsmarkt entwickeln will.
Aufbauend auf den Erfahrungen der vorausgegangenen Gemeinschaftsinitiativen ADAPT und BESCHÄFTIGUNG setzt sich EQUAL für die berufliche Integration am Arbeitsmarkt benachteiligter Personengruppen ein. Im Vordergrund des vom Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanzierten Programms stehen auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Verbesserung der Bedingungen für lebensbegleitendes Lernen.
Innovation und Integration
Mit der Gemeinschaftsinitiative EQUAL werden innovative Modelle gefördert, die geeignet sind, bestehende Ungleichheiten und Diskriminierung am Arbeitsmarkt zu beseitigen. In EQUAL erfolgreich umgesetzte Innovationen sollen in die arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumentarien der Mitgliedstaaten transferiert werden und zur Verwirklichung der Ziele und zur Weiterentwicklung der nationalen Arbeitsmarktpolitiken und der Europäischen Beschäftigungsstrategie beitragen. Als transnationales Programm soll EQUAL den Austausch, gegenseitiges Lernen und die Nutzung von Synergien der Programm- und Projektakteure auf europäischer Ebene fördern. In diesem Sinne zielt EQUAL auch auf die Förderung des sozialen Zusammenhalts und die Integration der neuen Mitgliedstaaten.
EQUAL im Rahmen der Europäischen Beschäftigungsstrategie
Eingebettet in die Europäische Beschäftigungsstrategie engagiert sich EQUAL in den Themenfeldern Beschäftigungsfähigkeit, Unternehmergeist, Anpassungsfähigkeit, Chancengleichheit und im Themenbereich Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Gleichzeitig mit diesen Zielsetzungen setzt sich EQUAL für die Querschnittsthemen Gender Mainstreaming und Aktivitäten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein und unterstützt Offenheit für Menschen mit Behinderungen, Empowerment von Zielgruppen und den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien Ein besonderer Augenmerk wird in der 2005 begonnenen 2. Förderrunde zudem auf Maßnahmen zugunsten der Opfer von Menschenhandel und die Unterstützung von Sinti und Roma gelegt.
Erfolgreich arbeiten in Entwicklungspartnerschaften
Die Umsetzung der von EQUAL vorgegebenen Ziele erfolgt in Netzwerken, den so genannten Entwicklungspartnerschaften. Diese Projektverbünde setzen sich aus verschiedenen Einzelakteuren einer Region oder eines Sektors zusammen. Unter Einbeziehung aller Projektträger, Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Partner, die auf der politisch-strategischen Ebene mitwirken, und einer gemeinsamen Zielsetzung verfolgen die Entwicklungspartnerschaften einen integrierten Handlungsansatz, der Lösungswege für Probleme am Arbeitsmarkt aus verschiedenen Blickwinkeln beinhaltet.
Die in EQUAL gewonnenen Ergebnisse sollen auch im europäischen Kontext nutzbar gemacht werden. Daher verpflichtet das Programm die Entwicklungspartnerschaften zur Zusammenarbeit mit mindestens einem europäischen Partner und fördert damit den transnationalen Erfahrungsaustausch.
Erfahrungen teilen durch Mainstreaming
Zentrales Programmelement von EQUAL ist es, erfolgreiche Ansätze in einem Mainstreaming-Prozess sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene nachhaltig zu verankern. Dabei werden die aus den Projekten gewonnen Erfahrungen und Ergebnisse verallgemeinert und denen zugänglich gemacht, die eine Umsetzung ermöglichen können. Auf diese Weise können in Kooperation mit Politikerinnen und Politikern, Sozialpartnern, Bildungseinrichtungen und anderen maßgeblichen Arbeitsmarktakteuren erfolgreiche Konzepte in Politik und Praxis implementiert werden.
Umsetzung von EQUAL in Deutschland
Für die Programmlaufzeit von 2000-2006 stehen von den insgesamt 2,973 Mrd. EUR Fördermitteln des ESF über 500 Mio. EUR für die Umsetzung von EQUAL in Deutschland zur Verfügung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist als Nationale Koordinierungsstelle und Programmverwaltungsbehörde für die inhaltliche und finanzielle Umsetzung des Förderprogramms verantwortlich. Die Realisierung von EQUAL erfolgt in zwei Förderrunden, deren erste in Deutschland im Juni 2005 endete. In dieser 1. Förderrunde waren insgesamt 109 Entwicklungspartnerschaften (Projektverbünde) tätig. Anknüpfend daran startete Januar 2005 die 2. Förderrunde mit 129 Entwicklungspartnerschaften, in denen etwa 1.600 Teilprojekte innovative Handlungsansätze erproben. |
|
|
|